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Jun 26 10

Petrovaradin II – der Beginn einer Suche am Balkan

by Jakob

Es ist ein kleine unscheinbare rote Mappe, die zwischen Fotos und anderen Unterlagen in einer Kiste Habseligkeiten meines Großvaters lag. Der Inhalt hat es jedoch in sich. 1938, nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich, mussten schnellstmöglich Ahnenpässe angefertigt werden. Gut, ein leichtes Unterfangen für jemanden, dessen Familie die letzten Jahrhunderte in ein und derselben Region lebte. Was macht man aber, wenn die Familie aus ehemaligen k&k Ländern kommt?

Vielleicht stelle ich mir die Suche nach einem Abstammungsnachweis zur damaligen Zeit auch schwieriger vor, als es in Realität war. Die Kirchenbücher lagen in den jeweiligen Pfarren selbst, von Kriegszerstörungen kann bei den meisten keine Rede sein und schließlich war man nicht ganz so allein auf der Suche. Das Erstellen von Ahnenpässe muss die Kirchen über Jahre hinweg beschäftigt haben. Problematisch wurde es für einen allerdings, wenn man die “falschen” Wurzeln, sprich jüdische oder Roma bzw. Sinti, hatten – oder überhaupt keine Nachweise.

So perfide der Gedanke hinter der Pflicht zu Ahnenpässen war, so wichtig sind diese Dokumente für einen heutigen Ahnenforscher. Oft stellen sie den einzigen Anhaltspunkt für weitere Forschungen dar. So auch diese kleine unscheinbare rote Mappe meines Großvaters. Ein Dokument daraus möchte ich hier nun vorstellen – eine Kirchenbuchabschrift aus Peterwardein.

Zeitsprung: Am 23. Februar 1847 wird in Peterwardein, dem heutigen Petrovaradin (einem Stadtteil von Novi Sad) ein Josephus Kovacevic als Sohn des Josephus Kovacevic und der Barbara Shtimacz geboren. Es ist das Jahr vor den großen Unruhen von 1848, Europa ist im Umbruch. Die Spur dieses Josephus verliert sich von da an wieder, und er taucht 32 Jahre später wieder auf – als “Handlungs Comis” (Angestellter in einem Handelshaus) und Vater meines Urgroßvaters Rudolf Kovacevic. Jahre später wird er gemeinsam mit seiner Frau, Barbara Neuhüttler, am Altmannsdorfer Friedhof begraben (siehe Friedhofsbesuch).

Was sagt uns nun dieses Dokument?
Neben Namen und Geburtsdatum, den Namen der Eltern finden wir zum Beispiel der Hinweis “legitimus filius”. Das bedeutet, die Eltern haben vor der Geburt geheiratet (das grenzt bei einer möglichen Suche der Ehe im Kirchenbuch den Zeitraum ein). Der Vater war “contriluens”, ein Hinweis auf eine ärmliche ländliche Bevölkerungsschicht, die ohne eigenen Wohnbesitz in die Städte zog. Gewohnt hat die Familie in “Valle s. Ludovici” – dieser Ort lässt sich jedoch im Internet bisher nicht lokalisieren. Der Taufpate war ein gewisser Joannis Lastorres, ein Bürger (“civis”). Getauft wurde er von Casparus Radich, dem örtlichen Pfarrer (“parochus”).

Unter dem Punkt Oberservatio finden wir folgenden Eintrag “Extr. 14.VIII.1880″. Worfür die erste Abkürzung gilt, kann ich noch nicht sagen. Da Datum liegt in unmittelbarer Nähe zum Hochzeitsdatum (12. September 1880) von Josephus Kovacevic mit Barbara Neuhüttler – anzumerken ist hier, dass deren erstes Kind (mein Urgroßvater Rudolf Kovacevic) unehelich zur Welt kam.

Ganz zu Beginn des Dokuments (und nochmals am Ende im Stempel) lässt sich der Hauptansatzpunkt für weitere Forschungen bestimmen. Ausgestellt wurde des Kirchenbuchauszug von der Uzvišenja sv. Križa u Petrovaradinu II. Diese Kirche steht auch heute noch. Nach dem Besuch von zahlreichen Seiten über Genealogie in Serbien ist man eher zur Verwirrung geneigt. Dieses Hobby befindet sich in diesem Land eher im Anfangsstadium. Angeblich liegen die Originalkirchenbücher alle in staatlichen Archiven, sofern sie überhaupt noch vorhanden sind. Eine Anfrage läuft.

Jun 25 10

Artikel über die Kriegsgräberfürsorge in der FAZ

by Jakob

Über die Kriegsgräberfürsorge habe ich ja bereits das eine oder andere Mal geschrieben. In der heutigen FAZ ist über die Arbeit dieser Organisation ein lesenswerter Artikel, der auch online und gratis gelesen werden kann.

Die Toten auf die Erde holen“, von Benno Müchler, FAZ.net vom 25. Juni 2010.

Jun 19 10

Facebook & Twitter

by Jakob

spurensuche @ pumberger.org ist nun auch bei Facebook und Twitter zu erreichen.

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Jun 15 10

Back again!

by Jakob

Unglaublich aber wahr, es sind 7 Monate seit meinem letzten Eintrag auf dieser Seite vergangen. Das Projekt “Spurensuche” musste privaten Themen Platz machen. Nun hoffe ich, in den kommenden Wochen und Monaten wieder durchstarten zu können. Zahlreiche Ideen schwirren in meine Kopf herum, wie man die Familienforschung verbessern und vor allem effektiver gestalten kann.

Meine intensive Arbeitsphase im letzten Sommer hat einige Schwächen zu Tage gebracht. Die wichtigste ist die Informationsverarbeitung: Es entstehen schnell unheimliche Mengen an Daten, die in System eingetragen werden müssen. Ich habe mich nach langer Suche für das Programm TNG entschieden, das ausschließlich online zur Verfügung steht (so auf dieser Seite). Problematisch ist das jedoch,wenn man in einem Archiv sitzt und Informationen bzw. Verwandtschaftsbeziehungen nachschlagen möchte. Hierfür habe ich bislang keine ideale Lösung gefunden, den Datenbanken lassen sich leider nicht so einfach exportieren und importieren – dabei entstehen viele Fehler.

Meine nun angestrebte Lösung: Ich werde mir einen mobilen Internetzugang besorgen (die Preise hierfür sind ja stark gesunken) und somit das Problem umgehen.

Zudem überlege ich, wie sich Ahnenforschung hier im Netz besser präsentieren lässt. Mit dem Grundmuster der Seite bin ich zufrieden, kleinere grafische Änderungen wird es jedoch geben. Auch die Datenbank wird von dieser Entwicklung nicht verschont bleiben. Alle weiteren Veränderungen kündige ich rechtzeitig an dieser Stelle an.

Nov 9 09

orf.at: “Ahnenforschung wird wieder beliebter”

by Jakob

Heute beschäftigt sich orf.at mit der Ahnenforschung. Elisabeth Timm, Assistentin am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, beschreibt in einem Gastkommentar, weshalb sich Ihrer Meinung die Ahnenforschung immer größerer Beliebtheit erfreut.

Ahnenforschung wird wieder beliebter” von Elisabeth Timm, orf.at vom 09.11.2009.

Okt 22 09

Bedeutung des Familiennamens Bernreiter – eine Diskussion in Mailinglisten

by Jakob

Ahnenforschung ohne Mailinglisten ist beinahe unvorstellbar. Ich bin Mitglied in einigen Listen und bekomme tagtäglich zum Beispiel Nachrichten zu den Themen Österreich, Deutschland und den ehemaligen Sudetengebieten. Es gibt natürlich in solchen Listen einige Freaks, die jeden Tag unzählige Mails verschicken und manchmal auch ziemlich beleidigend durch die Lande ziehen. Diese Mails werden von mir umgehend gelöscht. Unter all der Datenflut befinden sich allerdings auch wirklich tolle Beiträge und man erfährt mehr zu Recherchemöglichkeiten und regionalen Besonderheiten. Ich zähle mich dabei zu den stillen Mitlesern.

Heute morgen entdeckte ich aber in der Sudetenmailingliste eine Diskussion, die für mich höchst interessant ist. Und zwar stellte einer die Frage nach der Bedeutung des Familiennamens (FN) Berenreiter am Beispiel “Adalbert Berenreiter, vulgo Penrajtr oder auch Hruby genannt, geboren in Habrowa Bez. Pilsen”. Da wurde ich natürlich hellhörig und las die Beiträge genauer – schließlich hieß meine Großmutter Johanna Bernreiter. In weitere Folge möchte ich Euch einen kleinen Auszug aus der Diskussion zeigen, der belegt, wie schwer es manchmal ist, die Bedeutung eines FNs zu finden.

Listenteilnehmer I sieht den FN aus einer Berufsbezeichnung abgeleitet:

  • der Begriff: “Beern, Barn, Bern” bedeutete ursprünglich folgendes:
    wahrscheinlich identisch mit “Bede“: Eine auf dem Grundbesitz lastende Abgabe, die dem Landesherrn zu leisten ist; “Bete”: eine Steuer, die ursprünglich nur bei besonderen Anlässen wie z.B. in Kriegszeiten angefordert wurde, in späterer Zeit jedoch eine ständig zu leistende Abgabe darstellte
  • gleichbedeutend mit “Beren = berna”: abgeleitet vom tschech. Verb bráti = nehmen, ryba bere = der Fisch beißt an. Es handelt sich um eine Sondersteuer, eingeführt zu Zeiten des Kaisers Karl IV., die Steuer durfte nur aus besonderem Anlass wie Inthronisation eines Prinzen oder Hochzeit einer Prinzessin o.ä. erhoben werden und bedurfte der Zustimmung des Hochadels gem. Zustimmung des Adels auf dem Landtag in Taus im Jahre 1351; Karl IV. benötigte diese Steuer auch aus anderen Anlässen, da er Zusatzsondersteuern über den normalen Steuersatz veranlasste; da er sich offensichtlich in ständiger Geldnot befand.
  • gleichbedeutend mit “Berna”: Bezeichnung für die allgem., außerordentliche Landessteuer
  • gleichbedeutend mit: “Përen, Për, Pêr I, Pêr II, (Per, Ber, Ber(e)n”: Landsteuer Abl. von “përen: mhd. Bërn” Abgabe, Steuer (LEXER. 1,196)

Es handelte sich also um einen Mann, der bei den Untertanen die Sondersteuer eingetrieben, eingesammelt hat.

Listenteilnehmer II:
Trotzdem würde ich sagen, daß Berenreiter, vulgo Penrajtr wohl genausogut von Bären-Reiter kommen kann. Das würde auch zu Hruby (das bedeutet groß bzw. großschlächtig) passen. Ein Steuereinnehmer muß nicht groß sein, einer, der mit einem Bären verglichen wird oder gar auf ihm reitet, schon.

Listenteilnehmer III:
Ein Bärenreiter oder  Bernreiter kommt vielmehr aus dem Ort Bernreut (so Bahlow) oder Bärnreuth (so Duden), beide Orte in Bayern.

nochmals Listenteilnehmer II:
Natürlich ist eine Namensherkunft vom Ort Bernreut bzw. Bärnreuth ebenso möglich.

“Reiten” bedeutet übrigens nicht unbedingt “reiten” im heutigen Sinn. Denken Sie nur an das Sprichwort “Wenn der Bauer aufs Roß kommt, reitet er ärger als der Herr” bzw. “Wenn der Bauer aufs Roß kommt, erreitet ihn nicht einmal der Teufel” usw. D.h. “reiten” bedeutet hier “beherrschen”. Ein Bärenreiter war also ein Bärenführer und dazu war jedenfalls viel Kraft nötig, was zu Hruby (groß bzw. großschlächtig) paßt.

Listenteilnehmer IV:
zu Diskussion sollte man noch berücksichtigen der -reiter wohl von “roden” abgeleitet sein könnte. Siehe Reit im Winkl: “reit” dialektal von roden. Auch -reut(h) stammt von roden: z. b. Bayreuth, Tirschenreuth.

Und mein Fazit? Ich bin ziemlich davon überzeugt, dass der FN Bernreiter (mit all seinen Abwandlungen) mehrere Ursprünge hat. Die vielen in Bayern vertretenen Benreiter dürften tatsächlich von den dortigen Orten abstammen. In meinem Fall sieht das ein wenig anders aus. Meine Ahnen stammen ursprünglich aus Niederösterreich und die absolute wie realtive Namensverteilung zeigt, dass es neben dem westlichen Oberösterreich (hier liegt sicherlich der Ursprung in Bayern) eine besondere Häufung des Namens Bernreiter in den Bezirken Krems, Melk und Scheibbs gibt. Dafür muss es einen Grund geben.
Was mir an der These von Listenteilnehmer I (Steuereintreiber) nicht gefällt: Steuern wurden doch überall eingezogen und deshalb müsste es diesen Beruf doch in nahezu jedem Bezirk geben und damit auch den FN. Dem ist aber nicht so, auch die ähnliche Schreibweise “Bärnreiter” kommt auschließlich in der Nordhälfte Österreichs vor. Natürlich könnte es sich auch um eine regionale Berufsbezeichnung handeln. Jedoch die Karte zeigt deutlich, dass der Name in mehreren Bundesländern vorkommt und gleichzeitig dabei keine großflächige Verbreitung hat. Sprich: Weshalb bezeichnet man jemanden im Ort A so, 50km weiter westlich anders und wiederum 50km erneut so wie im Ort A? Das ist nicht ganz logisch.

Familiennamenkunde bleibt leider oft spekulativ.

absolute Verbreitung des Namens Bernreiter in Österreich und Deutschland

zum Vergleich die absolute Verteilung des Namens Bärnreiter in Österreich

Karten zum Namen Bärnreiter

Okt 14 09

Adressbuch von 1853: Österreich ob der Enns

by Jakob

Im Forum von www.ahnenforschung.net machen sich derzeit ein paar fleißige Poster die Mühe und schreiben das Adressbuch von Oberösterreich aus dem Jahr 1853 ab. Ein solches Adressbuch kann man nicht mit heutigen vergleichen. Erstens gab es noch kein Telefon und auch Straßennamen bzw. -nummern waren in ländlichen Gebieten selten und wurden nicht erwähnt. Dieses Adressbuch beschränkt sich vielmehr auf die Auflistung von Berufen und deren örtliche Vertreter. Wer also einen Vorfahren mit einem besonderen Beruf hat, kann hier fündig werden. Obwohl noch nicht alle Ort abgeschrieben sind, gibt es bei meinen Vorfahren wahrscheinlich bereits einen ersten Treffer.

Unter Niederkappel (Mühlkreis) steht:
Arzt: Stadlmayr Paul
Hammerschmid: Auer Franz
Holzhändler: Pumberger Michael, zu Grafenau

Hufschmid: Jäger Franz
Krämer: Amerstorfer Anton
Ziegelei: Kramel Leopold, zu Römerstorf

Bei dem Holzhändler Michael Pumberger handelt es sich wahrscheinlich um einen meiner direkten Vorfahren. Am 25. September 1797 wurde Michael Pumberger nach meinen derzeitigen Informationen im Haus Au 5 in der Pfarrgemeinde Niederkappel geboren. Gestorben ist er am 17. Februar 1882 in der Grafenau, einem Ort direkt an der Donau. Als sein Sohn Anton Pumberger am 21. November 1840 das Licht der Welt erblickt, befindet sich Michael Pumberger bereits in der Grafenau, im Haus Nr. 2.

Daraus schließe ich, dass er auch 1853 vor Ort gelebt hat und durchaus als Holzhändler tätig gewesen sein kann. Natürlich kann es noch einen weiteren Michael Pumberger gegeben haben – die Grafenau ist aber eher klein. Das gilt es nun anhand der Originalkirchenbücher zu verifizieren.

Okt 9 09

Stammbaumsuche bei Michelle Obama

by Jakob

Heute sind vor allem die Newsseiten voll von der Topmeldung “Friedensnobelpreis für Barack Obama”. Amerikanische Präsidenten, Präsidentschaftskandidaten aber auch First-Ladies stehen aber seit langem auch im Blickfeld von Genealogen (siehe z.B. Präsidentschaftskandidat John Kerry). Ahnenforscher auf der ganzen Welt legen sich mächtig ins Zeug und versuchen mehr über die Vorfahren von diesen berühmten Personen zu erfahren. Manchmal erinnert mich das jedoch alles ein wenig an künstliche Adelsgeschlechter. Bei Königen und Kaisern war es bekanntlich schon vor vielen jahrhunderten wichtig, eine möglichst ruhmvolle Vergangenheit belegen zu können.

Wie dem auch sei, nun ist Michelle Obama an der Reihe. Die New York Times hat genau recherchieren lassen und einen Beleg dafür gefunden, dass die First-Lady tatsächlich von einer Sklavin namens Malvinia (Ur-ur-Urgroßmutter) abstammt.

Okt 1 09

Ardi, meine älteste Urahnin wurde gefunden

by Jakob

Sensationell, als meine älteste Urahnin wurde nun Ardi identifiziert – sie lebte vor 4,4 Millionen Jahren. Okay, es wird noch ein wenig dauern, bis ich meinen Stammbaum lückenlos bis zu ihr zurückverfolgen kann, aber dank der Mormonen ist bekanntlich alles möglich. Auf jeden Fall habe ich mir Ardis Foto schon mal für meine Ahnengalerie gesichert.

Link:

Sep 14 09

Ausstellungsbesuch in Ulm

by Jakob

Mein Onkel Klaus hatte mich bereits vor einigen Monaten auf eine Ausstellung über das Zusammenleben von Serben und Deutschen in der Vojvodina aufmerksam gemacht. Ein kurzer Abstecher nach Novi Sad ging sich leider nicht aus, weshalb ich bis jetzt warten musste, um die Ausstellung sehen zu können. Denn seit letztem Wochenende kann die deutsch-serbische Gemeinschaftsproduktion im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm unter dem Titel ”Daheim an der Donau – Zusammenleben von Deutschen und Serben in der Vojvodina“  besucht werden. Die Heimreise von einer Hochzeitsfeier gestern Nachmittag war die Gelegenheit für unseren Besuch.

Warum mich dieses  Thema so interessiert? Vor 150 Jahren ist ein Teil meiner Verwandtschaft aus der Vojvodina nach Wien ausgewandert – weshalb ist bislang unklar. Deshalb bin ich natürlich an der Gegend und vor allem an deren Geschichte besonders interessiert.

Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Neben einem geschichtlichen Abriss und Einwandererströmungen steht vor allem das tagtägliche Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen im Mittelpunkt. Vom Siedlungsbau über Landwirtschaft und Handwerk bis hin zum kulturellen Leben. Gespickt mit vielen Erinnerungsstücke vermittelt die Ausstellung einen sehr guten Einblick über das Leben in der Region (vor allem vor 1945).  Wie schwierig das Erstellen der Schautafeln gewesen sein muss, wird besonders im Abschnitt “Flucht und Vertreibung” deutlich. Hier prallen unterschiedliche Interpretationen, Schwerpunkte und Ansichten aneinander. Trotzdem haben die Ausstellungsmacher auch diesen Abschnitt gut gelöst.

Die kleine, aber sehr informative Ausstellung kann übrigens noch bis 10. Januar 2010 in Ulm angesehen werden – einen Besuch lohnt sich.

Link: