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	<title>spurensuche @ pumberger.org &#187; Familie Bernreiter</title>
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	<description>Auf der Suche nach der eigenen Familiengeschichte - genealogical research</description>
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		<item>
		<title>Bedeutung des Familiennamens Bernreiter &#8211; eine Diskussion in Mailinglisten</title>
		<link>http://www.pumberger.org/2009/10/22/bedeutung-des-familiennamens-bernreiter-eine-diskussion-in-mailinglisten/</link>
		<comments>http://www.pumberger.org/2009/10/22/bedeutung-des-familiennamens-bernreiter-eine-diskussion-in-mailinglisten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 08:59:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie Bernreiter]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Ahnenforschung ohne Mailinglisten ist beinahe unvorstellbar. Ich bin Mitglied in einigen Listen und bekomme tagtäglich zum Beispiel Nachrichten zu den Themen Österreich, Deutschland und den ehemaligen Sudetengebieten. Es gibt natürlich in solchen Listen einige Freaks, die jeden Tag unzählige Mails verschicken und manchmal auch ziemlich beleidigend durch die Lande ziehen. Diese Mails werden von mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ahnenforschung ohne Mailinglisten ist beinahe unvorstellbar. Ich bin Mitglied in einigen Listen und bekomme tagtäglich zum Beispiel Nachrichten zu den Themen Österreich, Deutschland und den ehemaligen Sudetengebieten. Es gibt natürlich in solchen Listen einige Freaks, die jeden Tag unzählige Mails verschicken und manchmal auch ziemlich beleidigend durch die Lande ziehen. Diese Mails werden von mir umgehend gelöscht. Unter all der Datenflut befinden sich allerdings auch wirklich tolle Beiträge und man erfährt mehr zu Recherchemöglichkeiten und regionalen Besonderheiten. Ich zähle mich dabei zu den stillen Mitlesern.</p>
<p>Heute morgen entdeckte ich aber in der <strong>Sudetenmailingliste</strong> eine Diskussion, die für mich höchst interessant ist. Und zwar stellte einer die Frage nach der Bedeutung des Familiennamens (FN) Berenreiter am Beispiel &#8220;Adalbert Berenreiter, vulgo Penrajtr oder auch Hruby genannt, geboren in Habrowa Bez.  Pilsen&#8221;. Da wurde ich natürlich hellhörig und las die Beiträge genauer &#8211; schließlich hieß meine Großmutter Johanna Bernreiter. In weitere Folge möchte ich Euch einen kleinen Auszug aus der Diskussion zeigen, der belegt, wie schwer es manchmal ist, die Bedeutung eines FNs zu finden.</p>
<p><strong>Listenteilnehmer I</strong> sieht den FN aus einer Berufsbezeichnung abgeleitet:</p>
<ul>
<li> der Begriff:    &#8220;Beern, Barn, Bern&#8221;  bedeutete ursprünglich folgendes:<br />
wahrscheinlich identisch mit &#8220;<strong>Bede</strong>&#8220;: Eine auf dem <strong>Grundbesitz lastende Abgabe</strong>, die dem Landesherrn zu leisten ist; &#8220;Bete&#8221;: eine Steuer, die ursprünglich nur bei besonderen Anlässen wie z.B. in Kriegszeiten angefordert wurde, in späterer Zeit jedoch eine ständig zu leistende Abgabe darstellte</li>
</ul>
<ul>
<li> gleichbedeutend mit &#8220;Beren = berna&#8221;: abgeleitet vom tschech. Verb bráti = nehmen, ryba bere = der Fisch beißt an. Es handelt sich um eine Sondersteuer, eingeführt zu Zeiten des Kaisers Karl IV., die Steuer durfte nur aus besonderem Anlass wie Inthronisation eines Prinzen oder Hochzeit einer Prinzessin o.ä. erhoben werden und bedurfte der Zustimmung des Hochadels gem. Zustimmung des Adels auf dem Landtag in Taus im Jahre 1351; Karl IV. benötigte diese Steuer auch aus anderen Anlässen, da er Zusatzsondersteuern über den normalen Steuersatz veranlasste; da er sich offensichtlich in ständiger Geldnot befand.</li>
</ul>
<ul>
<li> gleichbedeutend mit &#8220;Berna&#8221;: Bezeichnung für die allgem., außerordentliche Landessteuer</li>
</ul>
<ul>
<li> gleichbedeutend mit:    &#8220;Përen, Për, Pêr I, Pêr II, (Per, Ber, Ber(e)n&#8221;: Landsteuer Abl. von &#8220;përen: mhd. Bërn&#8221; Abgabe, Steuer (LEXER. 1,196)</li>
</ul>
<p>Es handelte sich also um einen <strong>Mann, der bei den Untertanen die Sondersteuer eingetrieben</strong>, eingesammelt hat.</p>
<p><strong>Listenteilnehmer II:</strong><br />
Trotzdem würde ich sagen, daß Berenreiter, vulgo Penrajtr wohl genausogut von<strong> Bären-Reiter </strong>kommen kann. Das würde auch zu Hruby (das bedeutet groß bzw. großschlächtig) passen. Ein Steuereinnehmer muß nicht groß sein, einer, der mit einem Bären verglichen wird oder gar auf ihm reitet, schon.</p>
<p><strong>Listenteilnehmer III:</strong><br />
Ein Bärenreiter oder   Bernreiter kommt vielmehr aus dem <strong>Ort Bernreut</strong> (so Bahlow) oder <strong>Bärnreuth</strong> (so Duden), beide <strong>Orte in Bayern</strong>.</p>
<p><strong>nochmals Listenteilnehmer II:</strong><br />
Natürlich ist eine Namensherkunft vom Ort Bernreut bzw. Bärnreuth ebenso möglich.</p>
<p>&#8220;Reiten&#8221; bedeutet übrigens nicht unbedingt &#8220;reiten&#8221; im  heutigen Sinn. Denken Sie nur an das Sprichwort &#8220;Wenn der Bauer aufs Roß  kommt, reitet er ärger als der Herr&#8221; bzw. &#8220;Wenn der Bauer aufs Roß kommt,  erreitet ihn nicht einmal der Teufel&#8221; usw. D.h. &#8220;reiten&#8221; bedeutet hier  &#8220;beherrschen&#8221;. Ein <strong>Bärenreiter war also ein Bärenführe</strong>r und dazu war  jedenfalls viel Kraft  nötig, was zu Hruby (groß bzw. großschlächtig) paßt.</p>
<p><strong>Listenteilnehmer IV:</strong><br />
zu Diskussion sollte man noch berücksichtigen der <strong>-reiter wohl von &#8220;roden&#8221;  abgeleitet sein</strong> könnte. Siehe Reit im Winkl: &#8220;reit&#8221; dialektal von roden.  Auch -reut(h) stammt von roden: z. b. Bayreuth, Tirschenreuth.</p>
<p>Und <strong>mein Fazit</strong>? Ich bin ziemlich davon überzeugt, dass der FN Bernreiter (mit all seinen Abwandlungen) mehrere Ursprünge hat. Die vielen in Bayern vertretenen Benreiter dürften tatsächlich von den dortigen Orten abstammen. In meinem Fall sieht das ein wenig anders aus. Meine Ahnen stammen ursprünglich aus Niederösterreich und die absolute wie realtive Namensverteilung zeigt, dass es neben dem westlichen Oberösterreich (hier liegt sicherlich der Ursprung in Bayern) eine besondere Häufung des Namens Bernreiter in den Bezirken Krems, Melk und Scheibbs gibt. Dafür muss es einen Grund geben.<br />
Was mir an der These von Listenteilnehmer I (Steuereintreiber) nicht gefällt: Steuern wurden doch überall eingezogen und deshalb müsste es diesen Beruf doch in nahezu jedem Bezirk geben und damit auch den FN. Dem ist aber nicht so, auch die ähnliche Schreibweise &#8220;Bärnreiter&#8221; kommt auschließlich in der Nordhälfte Österreichs vor. Natürlich könnte es sich auch um eine regionale Berufsbezeichnung handeln. Jedoch die Karte zeigt deutlich, dass der Name in mehreren Bundesländern vorkommt und gleichzeitig dabei keine großflächige Verbreitung hat. Sprich: Weshalb bezeichnet man jemanden im Ort A so, 50km weiter westlich anders und wiederum 50km erneut so wie im Ort A? Das ist nicht ganz logisch.</p>
<p>Familiennamenkunde bleibt leider oft spekulativ.</p>
<ul>
<li><a href="http://list.genealogy.net/mm/listinfo/" target="_blank">Verzeichnis deutsprachiger Mailinglisten zum Thema Ahnenforschung</a></li>
</ul>
<p>absolute Verbreitung des Namens <strong> Bernreiter in Österreich <strong>und </strong>Deutschland<br />
</strong></p>
<table style="height: 152px;" border="0" width="322">
<tbody>
<tr>
<td><!--  @import url("http://www.verwandt.at/karten/css/wp_mappreview.css");  --></p>
<div>
<div><a href="http://www.verwandt.at/karten/absolut/bernreiter.html?utm_medium=widget_detail_page" target="_blank"> <img class="aligncenter" src="http://www.verwandt.at/karten/preview/bernreiter_sml.png" alt="Karten zum Namen Bernreiter" width="180" height="116" /></a></div>
</div>
</td>
<td>
<div>
<div><a href="http://www.verwandt.de/karten/absolut/bernreiter.html?utm_medium=widget_detail_page" target="_blank"> <img class="aligncenter" src="http://www.verwandt.de/karten/preview/bernreiter_sml.png" alt="Karten zum Namen Bernreiter" width="90" height="120" /></a></div>
</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<div>zum Vergleich die absolute Verteilung des Namens <strong>Bärnreiter in Österreich</strong></div>
<p><a href="http://www.verwandt.at/karten/absolut/b%25C3%25A4rnreiter.html?utm_medium=widget_detail_page" target="_blank"> <img src="http://www.verwandt.at/karten/preview/b%25C3%25A4rnreiter_sml.png" alt="Karten zum Namen Bärnreiter" width="180" height="116" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Aus der Schatzkiste I &#8211; Interviews mit Großeltern</title>
		<link>http://www.pumberger.org/2009/04/17/aus-der-schatzkiste-i-interviews-mit-groseltern/</link>
		<comments>http://www.pumberger.org/2009/04/17/aus-der-schatzkiste-i-interviews-mit-groseltern/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 11:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie Bernreiter]]></category>
		<category><![CDATA[Kovacsevich]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim letzten Ausmisten meiner Habseligkeiten in Wien ist mir eine gelbe Schnellheftmappe aus dem Jahr 1995 in die Hände gefallen, die ich schon ganz vergessen hatte. Anlässlich der 50 Jahr-Feier zum Ende des 2. Weltkriegs mussten wir für den Geschichtsunterricht eine Person aus unserer Verwandtschaft über den April 1945 befragen. Dafür bekamen wir einen kleinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim letzten Ausmisten meiner Habseligkeiten in Wien ist mir eine gelbe Schnellheftmappe aus dem Jahr 1995 in die Hände gefallen, die ich schon ganz vergessen hatte. Anlässlich der 50 Jahr-Feier zum Ende des 2. Weltkriegs mussten wir für den Geschichtsunterricht eine Person aus unserer Verwandtschaft über den April 1945 befragen. Dafür bekamen wir einen kleinen Fragebogen. Mein späteres tiefes Interesse an der Ahnenforschung hat sich schon mit kindlichen 14 Jahren gezeigt: Ich habe gleich drei Personen befragt. Nämlich meine Großmutter, meinen Großvater und dessen Schwester. Jetzt, wo ich die Unterlagen das erste Mal seit über einem Jahrzehnt durchgelesen habe, fallen wir auch die Interviews selbst wieder ein. Das Gesicht meines Großvaters, den Kuchen bei Tante Bini und die Schilderungen meiner Großmutter.</p>
<p>Trotz der Knappheit mancher Antworten und das dann fehlende Nachhaken meinerseits, sind diese Interviews doch tolle familiengeschichtliche Dokumente.</p>
<p><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 24px; font-size: small;"><span style="font-style: italic;"><span style="font-style: normal; line-height: 16px; font-size: 11px;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Interview von Jakob Pumberger mit Dr. Johanna Kovacsevich (ca. April 1995)</strong></span></span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 24px; font-size: small;"><span style="font-style: italic;"><span style="font-style: normal; line-height: 16px; font-size: 11px;"><span style="text-decoration: underline;"><strong> </strong></span></span>Meine Großmutter erzählte uns Kindern oft vom Krieg, von den Bombennächten, den Tieffliegerangriffen und der unmittelbaren Nachkriegszeit. Gesprächig wie sie war, erklärte sie sich auch sofort bereit die Fragen zu beantworten. Vor allem die Antwort auf die letzte Frage berührt mich heute in ihrer Deutlichkeit.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 24px; font-size: small;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wie alt warst Du im April 1945?</strong><br />
Ich war 21 Jahre alt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wo warst Du in diesem Zeitraum?</strong><br />
In Wien, Groß Jedlersdorf bzw. Stammersdorf. Zeitweise auch im 2. Bezirk im Lazarett 21A (heutiges Spital der Barmherzigen Brüder).</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wo hast Du gewohnt und mit wem?</strong><br />
Bei meinen Eltern in Groß Jedlersdorf</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Warst Du in Kriegsgefangenschaft, wie ist es Dir dort ergangen?</strong><br />
Nein</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Was hast Du gegessen und wie bist Du zu den Nahrungsmitteln gekommen?</strong><br />
Die Versorgungslage war bei uns nicht wirklich bedroht, da wir einen eigenen Bauernhof und ein eigenes Lebensmittelgeschäft hatten. Gegessen haben wir hauptsächlich Kartoffeln, Gemüse und Haferflocken.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Woher hattest Du die Kleidung, konntest Du sie wechseln?</strong><br />
Kleidung hatte ich von zu Hause. Wir hatten ausreichend. Allerdings wurde das Wohnhaus von den Russen verwüstet!</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hattest Du Kontakte zu Deiner Familie und Freunden in und außerhalb von Wien?</strong><br />
Der Kontakt war größtenteils vorhanden, da die Familie hauptsächlich in Wien war. Zu den Angehörigen an der Front bestand allerdings kein Kontakt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es noch Schulunterricht?</strong><br />
Nein. Studienbetrieb in Medizin war aber aufrecht; nur etwa 20 Hörer in meinem Semester.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es noch Gas, Wasser, Strom und öffentliche Verkehrsmittel?</strong><br />
Nein, die Verbindung mit der Stadt war sehr schwer, weil fast alle Brücken eingestürzt waren – außer der Reichsbrücke.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Was war Deine Beschäftigung in den letzten Kriegsmonaten?</strong><br />
Studium der Medizin, Lazaretteinsatz – unmittelbar nach Kriegsende 3 Wochen versteckt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wo warst Du während der Bombenangriffe?</strong><br />
Im eigenen Luftschutzkeller (tiefer Weinkeller) und im Lazarett.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wie waren Luftschutzkeller ausgerichtet?</strong><br />
z.B. gab es einen Durchbruch in den Nebenkeller (Fluchtmöglichkeit bei Verschüttung), Gasmasken. In großen Luftschutzkellern gab es Luftschutzwarte.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es Bombeneinschläge und Zerstörungen in unmittelbarer Nähe? Wie wurden Brände gelöscht?</strong><br />
Ja, der Schweinestalle wurde getroffen und alle Schweine waren tot. Gelöscht wurde durch den Hausbrunnen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wurdest Du aus Wien oder einer andere Stadt evakuiert? Wenn ja, wohin?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Kanntest Du jemanden, der in ein KZ gekommen ist und dort umgebracht wurde?</strong><br />
Ja.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hattest Du jüdische Familienmitglieder oder jüdische Freunde?</strong><br />
Ja, Schulkollegen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Warst Du bei der HJ (Hitlerjugend) oder dem Bund deutscher Mädchen?</strong><br />
Nein, aber im Arbeitsdienst (Bauernhof in Norddeutschland).</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Sind Familienmitglieder ausgewandert?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hast Du zur Befreiung Wiens beigetragen?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hast Du bei der Verteidigung Wiens geholfen?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Welches Verhältnis hattest Du zur Sowjetarmee?</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Ich hatte Angst vor den Russen, Angst vor Vergewaltigung – deshalb habe ich mich die ersten 3 Wochen versteckt. Später bin ich als alte Frau verkleidet über die Reichsbrücke in die Stadt gegangen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es herausragende Erlebnisse mit der Besatzungsmacht?</strong><br />
Der erste Russe, der den Luftschutzkeller betrat, war sehr freundlich, stellte jedoch sofort die Frage: „Deutsche Soldat?“. Es gab nämlich Angehörige der Wehrmacht, die sich versteckt hielten. Es gab zu diesem Zeitpunkt noch keine Kapitulationserklärung.</p>
<div style="text-align: justify;"><strong>Wann und wie hast Du vom Kriegsende erfahren?</strong></div>
<div style="text-align: justify;">Mündlich und aus der Zeitung.</div>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wie hat Dein Wohngrätzl nach dem Krieg ausgesehen?</strong><br />
Sehr zerbombt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Was hat Hitler in Deinem Leben bedeutet?</strong><br />
Den Verlust meiner schönster Jahre (16-22) in Freiheit und Frieden.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Interview von Jakob Pumberger mit Dr. Rudolf Kovacsevich (ca. April 1995)</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><em>Ich erinnere mich noch genau, mein Großvater war von der Qualität des Fragebogens alles andere als begeistert. Vielleicht auch, weil viele Fragen für seine Situation überhaupt nicht geeignet waren. Er erlebte das Kriegsende in Innsbruck und die Fragen beschränken sich oftmals auf die lokale Situation Wiens. Trotzdem sind manche Details in den Antworten enthalten, die ich so nicht mehr wusste.</em></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wie alt warst Du im April 1945?</strong><br />
24 Jahre alt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wo warst Du in diesem Zeitraum?</strong><br />
In Innsbruck.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wo hast Du gewohnt und mit wem?</strong><br />
Gemeinsam mit einem Studienkollegen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Warst Du in Kriegsgefangenschaft, wie ist es Dir dort ergangen?</strong><br />
Ja, drei Monate lang – schlecht.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Was hast Du gegessen und wie bist Du zu den Nahrungsmitteln gekommen?</strong><br />
Brot und Hülsenfrüchte – mit Marken.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Woher hattest Du die Kleidung, konntest Du sie wechseln?</strong><br />
Uniform – konnte nicht wechseln.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hattest Du Kontakte zu Deiner Familie und Freunden in und außerhalb von Wien?</strong><br />
Nein.</p>
<div style="text-align: justify;"><strong>Gab es noch Schulunterricht?</strong></div>
<div style="text-align: justify;">Studium ja.</div>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es noch Gas, Wasser, Strom und öffentliche Verkehrsmittel?</strong><br />
Ja, aber nur in Innsbruck.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Was war Deine Beschäftigung in den letzten Kriegsmonaten?</strong><br />
Studium.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wo warst Du während der Bombenangriffe?</strong><br />
Im Stollen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wie waren Luftschutzkeller ausgerichtet?</strong><br />
Überhaupt nicht.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es Bombeneinschläge und Zerstörungen in unmittelbarer Nähe? Wie wurden Brände gelöscht?</strong><br />
Sicher.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wurdest Du aus Wien oder einer andere Stadt evakuiert? Wenn ja, wohin?</strong><br />
Bevölkerung wurde teilweise evakuiert. Ich selbst nicht.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Kanntest Du jemanden, der in ein KZ gekommen ist und dort umgebracht wurde?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hattest Du jüdische Familienmitglieder oder jüdische Freunde?</strong><br />
Ja.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Warst Du bei der HJ (Hitlerjugend) oder dem Bund deutscher Mädchen?</strong><br />
Freunde ja.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Sind Familienmitglieder ausgewandert?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hast Du zur Befreiung Wiens beigetragen?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Hast Du bei der Verteidigung Wiens geholfen?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Welches Verhältnis hattest Du zur Sowjetarmee?</strong><br />
Gar keines.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Gab es herausragende Erlebnisse mit der Besatzungsmacht?</strong><br />
Nein.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wann und wie hast Du vom Kriegsende erfahren?</strong><br />
Aus dem Radio.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Wie hat Dein Wohngrätzl nach dem Krieg ausgesehen?</strong><br />
Das eigene Haus war zerstört.{jcomments on}</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Was hat Hitler in Deinem Leben bedeutet?</strong><br />
Gar nichts!!</p>
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