Meine Vorfahren waren Bademeister

Von meiner Hellweger-Stammbaumerweiterung habe ich ja schon berichtet. Beim Taufeintrag von Paul Hellweger (geboren am 29. Jänner 1749) wird ein Georg Hellweger als Vater und eine Maria Messner als Mutter genannt. Den Taufeintrag von Georg Hellweger selbst konnte ich jedoch bislang nicht finden. Das bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass er zugezogen ist und nicht aus Antholz stammt. Das deckt sich auch mit einem Eintrag im “Dorfbuch Antholz”, in dem der Familienname “Hellweger” als auswärtig bezeichnet wird. Da ich anfangs null Ansatzpunkte fand, woher Georg Hellweger kam, befürchtete ich schon in diesem Familienzweig an einem Ende angelangt zu sein.

taufeintrag_paul_hellweger
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Über Umwege habe ich nun aber einiges Mehr über Georg Hellweger erfahren, dass ich Euch nicht verschweigen möchte:
Georg Hellweger stammt ursprünglich aus Sankt Lorenzen im Pustertal, einem Ort wenige Kilometer westlich von Bruneck. Das deckt sich mit meiner Vermutung, dass der Familienname “Hellweger” vom Wort Hellweg, einem wichtigen Handelsweg, abstammt. Da würde Sankt Lorenzen als Durchgangsort der Hauptroute durch das Pustertal perfekt passen. Georg Hellweger ist um 1740 nach Antholz gegangen sein, denn er scheint zu dieser Zeit als Besitzer des Bades und Gasthofes Salomonsbrunn auf. Dieses Bad war bereits vor Jahrhunderten weit über die Talgrenzen als Heilbad bekannt. Das radonhaltige Wasser wurde vor allem Frauen genutzt, da es angeblich gegen Unfruchtbarkeit half. Laut “Dorfbuch Antholz” war die Familie Hellweger fast 60 Jahre lang Besitzer dieses Anwesens.

Besonders interessant ist auch das zum Bad gehörende sogenannte “Bad-Stöckl”, eine Kapelle. Dieses wurde nämlich von meinem Vorfahren Paul Hellweger und seiner FrauUrsula Meßner 1776 errichtet. In diesem Stöckl wurde, dank einer Meßlizenz des Badewirts (meines Vorfahrens), allabendlich für die Badegäste ein Rosenkranz vorgebetet.
Lange Zeit hing in der Kapelle auch eine auf Holz gemalte Votivtafel von Paul Hellweger und seiner Familie. Darunter die Widmung: “Dise Kapelle hab ich Paul Helweger gewester Badmeister und Ursula Mösner zu ehren der Mutter Gottes lassen aufbauen.” Besonders bemerkenswert: Auf dem Bild sind auch Drillinge zu sehen (das muss noch erforscht werden). Leider ist diese Tafel nach meinen Informationen vor einigen Jahren gestohlen worden. Aber immerhin gibt es im “Dorfbuch Antholz” ein Foto, das ich für diese Seite eingescannt habe.

badstoeckl

Nachdem die Hellweger aus welchem Grund auch immer das Bad abgegeben haben (es steht heute noch an dieses Stelle ein Kurhotel), bleiben sie noch weitere zwei Generationen vor Ort in Antholz Niedertal. Peter Hellweger (Paul Hellwegers Sohn) scheint abwechselnd als Besitzer von Höfen auf, sein letztgeborener Sohn Joseph Hellweger wird jedoch Antholz gemeinsam mit seiner Frau Gertraud Gruberin Richtung Taisten verlassen. Einige Nachfahren der Hellweger leben jedoch nach wie vor in Antholz.

Wie Ihr seht, hierbei handelt sich nur um einen ganz kleinen Zweig meiner Ahnen und doch gibt es schon nach kurzer Recherche so viel zu berichten. Was gilt es in diesem Bereich noch zu tun?

  • Die Pfarre Sankt Lorenzen ist eine der ersten in ganz Südtirol, die begonnen hat Kirchenbücher zu verfassen. Bei den Mormonen sind Mikrofilme ab 1583 (!) vorhanden. Da will ich natürlich weitersuchen.
  • Die meisten Informationen zu diesem Thema habe ich bislang aus dem “Dorfbuch Antholz”. Es muss jedoch noch einiges an Material (sprich Urkunden, Dokumente, Bilder,…) in Archiven vorhanden sein, mit dem man diese Dinge verifizieren kann. Das wäre auch eine Aufgabe.
  • Natürlich wäre auch eine Ortsbesichtigung dringend notwendig um die Situation in natura verfolgen zu können.
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