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Sammeln, Speichern, Ordnen, Löschen und was ist säurefreies Papier

by Jakob on September 17th, 2008

Alle Familienforscher haben eine Eigenschaft gemein: Sie haben eine Datensammlungswut. Man weiß ja nicht, wofür man den Zeitungsartikel hier, den Homepageausdruck dort noch brauchen könnte. Ich kenne Ahnenforscher, die füllen spielend 4-5 große Ordner in einem Jahr – da kann schon einiges zusammenkommen, wenn man das Hobby über 10 Jahre oder mehr betreibt…

Aber im Ernst, eine nicht unerhebliche Zeit meiner Familienforschungstätigkeit verwende ich gerade, um die ideale Aufbewahrungsform für die Fotos, Dokumente, Zeitungsartikel und dergleichen zu finden. Soll man alles digitalisieren? Soll man alles ausdrucken? Wie lagert man richtig? Sind digitale Aufnahmen nicht sehr kurzlebig? Was tun, wenns brennt? Wer soll Dokumente bekommen – oft haben ja mehrere Menschen einer Generation Interesse an Erinnerungsstücke Ihrer Verwandten.

Wie immer muss in solchen Fällen Google helfen. Schnell merkt man, dass man mit dieser entscheidenden Frage nicht alleine in der weiten, weiten Welt dasteht. Tausende Ahnenforscher plagt das gleiche Problem. Die Fangemeinde teilt sich in zwei Hälften: Den einen ist alles egal sie kleben ein, sie stecken Papier in Plastikhüllen und machen defacto keine Sicherungskopien. Okay, das war mir schnell klar: Zu dieser Gruppe will ich nicht gehören.

Also, muss das ganze von Anfang an gelernt werden. Mit einer lieben Freundin, die Bibliothekswissenschaft studiert, habe ich mich stundenlang über die Vorzüge von säurefreiem Papier, speziellen säurefreien Fotohüllen und der entscheiden Frage, ob Briefe aus dem Umschlag ausgebreitet zu lagern sind, unterhalten. Klingt langweilig? Ist es aber gar nicht. Man muss bei der Konservierung immer bedenken, dass man nur beschränkte Mittel zur Verfügung hat. Am besten wäre alles auf Mikrofilm zu speichern und alles in einem Atombunker zu lagern – das hält mindestens mal 500 Jahre (angeblich). Wie soll ich sagen… nicht ganz meine Kragenweite.

Mein Kompromiss: Ich scanne grundsätzlich alle Dokumente ein (Auflösung 400dpi im Format tif) und speichere sie auf zwei externen Festplatten (private Bilder sogar noch auf einer dritten) ab. Das hat zwei Vorteile: Erstens habe ich immer und überall Zugriff auf mein Material (z.B. im Archiv) und zweitens kann ich so jedem Verwandten rasch eine Kopie zukommen lassen. Die Originaldokumente werde ich nach dem Ordnen in säurefreie Mappen legen und in ebenso säurefreie Kisten und die ganz normal bei Zimmertemperatur lagern. Säurefreies Papier greift, anders als unser normales Papier, die Dokumente mittelfristig nicht an und deren Überlebenszeit steigt somit deutlich an. Der finanzielle Aufwand liegt ungefähr bei geschätzten 400 EUR für die Erstausstattung – das geht.

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